20. Mai ist Weltbienentag – Was können wir in unserer Stadt für mehr Artenvielfalt tun?

Ilmenau ist grün. Hier und da flattert ein Schmetterling, Hummeln und Bienen brummen und summen. Heute ist Weltbienentag. Doch das frühlinghafte Idyll kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass weltweit und auch bei uns viele Arten nach und nach verschwinden – rund 70% der Biomasse an Insekten verschwand in den vergangenen 27 Jahren. Hauptgründe sehen Biologen vor allem im Einsatz von Pestiziden, der Intensivierung der Landwirtschaft als auch der immer weiter steigenden Versiegelung von Flächen.
Die einen freut es. Doch wie auch in Bayern, wo 1,7 Millionen Menschen für besseren Naturschutz votierten, ist den Menschen in Ilmenau und so auch uns vom Bürger.Bündnis.Grün, der Schutz unserer Tier- und Umwelt ein großes Anliegen. Mit unserer Veranstaltung „Hausbau für Biene Maja“ und einer Pflanz- und Informationsaktion zu naturnahem Gärtnern machen wir auf die Thematik ganz praktisch aufmerksam.

Circa 70% aller Tierarten in Deutschland sind Insekten und Insekten sind systemrelevant. Das bedeutet, dass die Fraßfeinde und deren Fraßfeinde und am Ende der Nahrungskette auch wir Menschen direkt davon abhängen, wie es um sie steht. Wildbienen zum Beispiel fliegen im Schnitt nicht weiter als 350 Meter. Daher ist es wichtig, nicht nur Inseln der Biodiversität, sondern überall blühende Wiesen und Wegränder zu schaffen, auf städtischen wie auch privaten Flächen. Gemeinsam mit Schmetterlingen und manchen Käferarten bestäuben Wildbienen und Hummeln ein Drittel unserer Nahrung und das weit effizienter als Honigbienen es vermögen. Sie graben Stollen, sind Statiker, Töpfer und verwerten anfallenden Biomasse. Fallen sie im Ökosystem aus, bricht das gesamte Netz um uns herum zusammen. Daher gehört praktischer Naturschutz als wichtige Säule in die Kommunalpolitik. Wir von der Bürger.Bündnis.Grün.-Liste möchten uns im Stadtrat dafür einsetzten, dass wieder Wiesen innerhalb der Stadt entstehen und Grünflächen nur dort gepflegt werden, wo sie als Spiel- oder Sitzmöglichkeit notwendig sind.

Doch nicht nur kommunal sollte wieder mehr Wert auf naturbelassene Flächen gelegt werden. Auch jeder Einzelne kann selber dazu beitragen Insekten mehr Lebensraum hier vor Ort zu bieten.

Ob privat auf dem Balkon, im Garten oder mit einer Baumscheiben-Patenschaft, damit ist die Fläche um einen Baum innerhalb der Stadt gemeint, kann jeder Einzelne einen Unterschied machen. Es ist wichtig für die Region typische Pflanzen statt Exoten zu sähen und zu pflanzen.
Blüten bis in der Herbst stehen lassen und die verblühten Blumen nicht gleich abschneiden. Die Samen von Sonnenblume, Distel, Scheinsonnenhut und wilder Karde ernähren Vögel auch im Winter.

Genießen sie ihren Garten bewusster durch mehr Beobachtung und Unordnung statt Unkrautzupfen, Rasenmähen und Laubaufsammeln – vor allem zum Wohle des Tierreichs. Schaffen sie Unterkünfte in Form von Trockenmauern, Laub-, Stein- und Holzhaufen.

In den letzten Jahrzehnten sind die Gärten und das Stadtbild zu „ordentlich“ geworden. Denken Sie beim Begriff „Ordnung“ wieder an die natürliche Ordnung, nicht an steinerne Vorgärten, dressierte Bäume in geometrischen Formen und unwirtliche englische Rasen, sondern an natürliche Fülle und Ganzheit.